Die Videoarbeit entstand 2014 und versammelt Strassenszenen, die Passanten in Camouflage-Kleidung zeigen. Die Aufnahmen aus Berlin und Belgrad sind aus großer Distanz, mit einem starken Teleobjektiv aufgenommen und in Zeitlupe wiedergegeben. Camouflage-Muster besitzen eine Geschichte an der Schnittstelle von Kunst und militärischer Technik. Bereits im Ersten Weltkrieg waren Künstler an der Entwicklung von Tarnverfahren beteiligt. Um 2014 erlebte Camouflage eine Konjunktur in der Alltagsmode und wurde zum Massentrend. Im selben Jahr besetzte und annektierte Russland die Krim, und der Krieg im Donbas begann. Damit verweist die Arbeit auf die Gleichzeitigkeit der Popularität militärischer Muster im zivilen Alltag als urbane Uniform und einer näher rückenden Gegenwart des Krieges. In einer Sequenz spielt ein Junge im Camouflage-Pullover auf seinem Handheld. Die Szene verweist auf eine zunehmende Hybridisierung des Krieges, in der sich militärische Realität, Kultur und virtuelle Räume durchdringen.
