„Unit 01 (Einstellung)“ ist der Prototyp einer Performance. Im Zentrum steht ein einfaches, aus Holz und Scharnieren konstruiertes Gerät, an dem eine Kamera befestigt ist. Die Konstruktion begrenzt deren Bewegungsmöglichkeiten und gibt bestimmte Drehungen, Neigungen und Blickrichtungen vor. Während der Performance bewege ich die Kamera entlang eines zuvor festgelegten Ablaufs. In der hier dokumentierten ersten Version findet die Performance während der Eröffnung einer Gruppenausstellung statt. Ein Monitor überträgt das Kamerabild unmittelbar in den Raum. Zu sehen sind sowohl die anwesenden Besucher als auch der Ausstellungsraum selbst. Personen erscheinen teilweise im Ausschnitt, gekippt oder nur für kurze Momente im Bild. Auch der Raum wird fragmentiert und aus wechselnden Perspektiven sichtbar. Der Bildausschnitt wird durch die mechanischen Möglichkeiten des Geräts und den festgelegten Ablauf bestimmt. Auch die Begegnung zwischen Performer und Publikum findet vermittelt durch das Gerät statt. Gleichzeitig wird die subjektive Handlungsmöglichkeit des Performers bewusst eingeschränkt. Die Aufführung dient nicht dem persönlichen Ausdruck oder der spontanen Reaktion auf die Situation, sondern der Bedienung des Apparats. Das Prinzip ermöglicht es, dieselbe Abfolge von Kamerabewegungen an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen sozialen Situationen zu wiederholen. „Unit 01 (Einstellung)“ ist als Prototyp angelegt, dessen Apparatur weiterentwickelt und um zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten erweitert werden kann. Für die Arbeit verlagere ich die künstlerische Entscheidung über die Einstellung und die eigenen Bewegungsabläufe auf die Bedingungen, die das von mir entworfene Objekt vorgibt.
Unit 01 (Einstellung), 2013
