Kategorie: info

  • Ausstellungen (Auswahl)

    2023

    Der Erlösungskomplex (forumdcca), Screening, Kunstsammlungen Chemnitz, Haus der Wannseekonferenz, Berlin und Haus am Lützowplatz, Berlin

    2022

    Walhalla to Birkenau (forumdcca), Kunsthalle Osnabrück

    2021

    Forum TV (forumdcca), Traklhaus Salzburg; Demo, Mode, Society (mit Leon Kahane), ASPN, Leipzig

    2020

    Forum Infoclips, Kunstsammlung NRW, K21 (online); Antimoderne Kontinuitäten, Weserburg, Bremen (online); 25 von 78 – Internationale Medienkunst, HMKV Dortmund

    2018

    TOUCH – Filmprogramm 1 »Formen – Zeigen«, nGBK, Berlin; Video des Monats, HMKV, Dortmund

    2017

    Operation Grenze, Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn; Dual-Use, Asia Contemporary Art Platform NON BERLIN

    2016

    Rome Was Built For A Day, Fabian Bechtle und Adriana Ramić, Witte de With, Rotterdam; Ideopolis (mit Leon Kahane), State of Concept, Athens; STATION Moves, MEINBLAU project space, Berlin; Staging Distance, Zeiss-Grossplanetarium Berlin; DAADSALON16 – Fabian Bechtle und Miodrag Krkobabic, KCGrad, Belgrad 

    2015

    Damaged Models, U10, Belgrade; The Hope Principle (6th Moscow Biennial project), Trekhgornaya Manufaktura, Moscow; MOVES#83, film screening Fabian Bechtle & Leon Kahane, Image Movement, Berlin; Republic of Boxes (mit Leon Kahane), uqbar, Berlin

    2014

    FirstLook, BSMNT, Leipzig; Travelling Communiqué, Museum of Yugoslav History, Belgrade; Journal of (Dis)satisfactions, Gallery Ferdinanda Baumanna, Prague; Zuflucht ins Andere – 20 Jahre Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop; Alternative Nomadi, Fabbrica del Vapore, Milano 

    2013

    Mediterranea 16, Split, MKC-Multimedia Center Split/ Dom mladih, Split; 12 Issues – Kunst in Edit 2009 bis heute, Volte Studio, Leipzig; After Year Zero – Geographies of Collaboration since 1945, Haus der Kulturen der Welt; Screening at Carichi Movie, Carichi Sospesi, Padua; Mediterranea 16. Young Artists Biennial, Mole Vanvitelliana, Ancona; The World is Stable Now, Galerie Alexander Levy, Berlin

    2012

    DESERTMED – A project about deserted islands of the Mediterranean, NGBK, Berlin; What Happened to the Museum of Contemporary Art Museum of Contemporary Art Belgrad, MOCAB; The History of Now, F/Stop Fotofestival, Leipzig; Double Bound Economies, Halle 14, Leipzig; Museum Night Belgrade (with Armin Linke), Goethe-Institut Belgrad; Double Bound Economies, Centre de la photographie Genève

    2011

    Meisterschülerausstellung, HGB Leipzig; Atelier, Pact Zollverein, Essen; Raumkontrolle, screening Maxim Gorki Theater Berlin; Exit Strategies (mit Leon Kahane), Artitude Kunstverein Berlin; Berliner Zimmer Genossen, Funkhaus Nalepastraße, Berlin; Benchmarking, Galerie dieschönestadt, Halle; La vie en général, Galerie Greulich, Frankfurt a.M.; Blockade II, Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

    2010

    Pavilion X, Jakopic Gallery, Ljubljana; Little Disco, Späti International, Berlin; Facing Fear – Sotiri International Prize for young photographers, Cultural centre Korça; BASEL LESBAR – Begehrte Grenze, screening bblackboxx Basel; Sundowner, VLASAKcontemporary, Berlin; heiter bis wolkig, Galerie der Künstler München; Präsentation Edition Naehring, GfzK, Leipzig

  • Projektionen auf den Osten, 2026

    Ausgehend von der Beobachtung, dass der „Osten“ verstärkt als kulturelle, ästhetische und politische Projektionsfläche dient, thematisiert das mehrteilige Ausstellungs-, Diskurs- und Publikationsprojekt Projektionen auf den Osten die ideologischen Zuschreibungen, die sich an die Begriffe „Ost“ und „West“ knüpfen.

    Eröffnung:

    9. September 2026, 18 Uhr (n.b.k. & Schinkel Pavillon)

    Laufzeit: 10. September – 8. November 2026 (n.b.k.) 10. September – 20. Dezember (Schinkel Pavillon)

    Internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Autor*innen setzen sich mit historischen und gegenwärtigen Konfliktlinien auseinander – von der DDR-Erinnerungspolitik über Antisemitismus und postsozialistische Transformationen bis hin zu aktuellen geopolitischen Spannungen. Im Zentrum steht die Frage, wie die Dichotomie von „Ost“ und „West“ unsere Gegenwart strukturiert. Der „Osten“ ist nicht nur eine geografische Bezeichnung. Er nimmt als Chiffre auch die Rolle einer kulturellen und politischen Projektionsfläche ein, auf die sich sehr unterschiedliche Vorstellungen richten: Er gilt als Gegenbild zum „Westen“ oder als Ort einer vermeintlich ursprünglicheren und unverstellten Identität. Zugleich ist er Schauplatz realer historischer und gegenwärtiger Konflikte. Projektionen auf den Osten nimmt dieses Verhältnis aus Zuschreibungen und Realitäten zum Ausgangspunkt und thematisiert einen idealisierten „Osten“ als kulturellen Gegenentwurf zu einem hegemonialen „Westen“.

    „Projektionen auf den Osten“ bezeichnen kulturelle Identifikationen mit allem, was als Gegenbild zum „Westen“ erscheint. Sie richten sich gegen eine als komplex, plural und modern wahrgenommene Gegenwart und verbinden sich mit Vorstellungen von Ursprünglichkeit, Gemeinschaft, Spiritualität oder moralischer Überlegenheit. Im deutschen Kontext hat das zwiespältige Verhältnis von „Ost“ und „West“ kulturhistorisch immer wieder zu großen Identitätskrisen geführt. Aber auch global dient der „Osten“ zunehmend als gegenkulturelle Projektionsfläche. Traditionelle Kulturvorstellungen, nationale Souveränität und autoritäre Staatsformen werden liberalen Demokratien als vermeintlich stärkere und authentischere Alternativen entgegengesetzt. So wird der „Osten“ zu einer kulturellen Konstruktion. Auf ihn werden Ideologien, Sehnsüchte und Utopien projiziert, die häufig mehr über diejenigen erzählen, die sie hervorbringen, als über den „Osten“ selbst. Solche Projektionen überlagern oft die tatsächlichen Konflikte, die sie eigentlich sichtbar machen könnten. Wer sich etwa auf autoritäre gesellschaftliche Ordnungen beruft, in denen Widersprüche nicht öffentlich verhandelt werden, verwechselt leicht die Abwesenheit von Debatte mit der Abwesenheit von Konflikt. Besonders deutlich wird dies an konkurrierenden Vorstellungen von Freiheit: Während die einen im „Osten“ eine Alternative zu einer als zu tolerant und offen empfundenen „westlichen“ Ordnung suchen, gilt anderen der „Westen“ selbst als eigentlicher Hort der Unfreiheit. In beiden Fällen entsteht ein idealisiertes Bild, das den „Osten“ weniger beschreibt denn erfindet.

    Die Ausstellungen im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) und im Schinkel Pavillon untersuchen, wie sich diese Projektionen in Bilder, Sprache und ästhetische Formen einschreiben und welche politischen Folgen sie entfalten können. Im realpolitischen Raum materialisieren sie sich in Machtverhältnissen, territorialen Ansprüchen und gewaltsamen Konflikten. Gerade Kriege und geopolitische Krisen zeigen, wie starre Vorstellungen die Wahrnehmung bestimmen sowie politische Wirklichkeit hervorbringen und legitimieren. Der n.b.k. und der Schinkel Pavillon präsentieren historische und zeitgenössische Kunstwerke sowie eigens für das Projekt entwickelte Neuproduktionen. Internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Autor*innen setzen sich mit historischen und gegenwärtigen Konfliktlinien auseinander – von der Erinnerungspolitik der DDR über Antisemitismus und postsozialistische Transformationen bis hin zu aktuellen geopolitischen Spannungen. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler befragen den „Osten“ als eine Projektionsfigur, in der sich Identität, Geschichte und politische Ordnung verdichten. Ihre Arbeiten untersuchen auf unterschiedliche Weise, wie Bilder, Sprache und Ästhetik an der Konstruktion von „Ost“ und „West“ mitwirken. Im Zentrum steht die Frage, wie diese Dichotomie unsere Gegenwart bis heute strukturiert. Nicht zuletzt richten die Ausstellungen den Blick auf die Kunst selbst: Auch sie ist nicht frei von Projektionen und Idealisierungen. Wo verläuft die Grenze zwischen Kritik und Sehnsucht, zwischen Widerstand und Romantisierung? Und was wird sichtbar, wenn wir nicht nur auf den „Osten“ blicken, sondern die Projektionen selbst zum Gegenstand machen?

    Begleitend zu zwei Ausstellungen im n.b.k. und im Schinkel Pavillon führen eine Publikation sowie eine Projektwebseite die künstlerischen Positionen, Forschungsperspektiven und Diskursbeiträge zusammen. Ein umfangreiches Diskursprogramm vertieft die inhaltlichen Fragestellungen zusätzlich.

    mit, Anca Benera & Arnold Estefán, Pavel Brăila, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Maksym Khodak, KwieKulik, Helmar Lerski, Maria Lisogorskaya, Shlomo Pozner, Xavier Robles de Medina, Maya Schweizer, Andrzej Steinbach, Gabriele Stötzer, Hito Steyerl, Mikhail Tolmachev, Jasmin Werner und Anastasiya Yarovenko.

    Projektionen auf den Osten ist ein Projekt des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) in Kooperation mit dem Schinkel Pavillon, konzipiert von Fabian Bechtle und Leon Kahane.

    Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

  • FPV Alweraje, 4k Video, 00:09:11, 2026

    FPV ALWERAJE explores memory in a present marked by profound political and technological upheaval. Its starting point is Esch – a site of industrial history and resistance in the heart of Europe. An FPV drone traverses former steelworks and sites of collective memory. The rapid, social media-inspired visual language encounters historical narratives, creating a deliberate friction between pop culture and the politics of memory. A pivotal rupture occurs through an AI-generated song in which inscriptions from the Musée National de la Résistance et des Droits Humains—also located in Esch—are reinterpreted by the AI. Meaning shifts; language and sound are thrown into disarray. Between pathos and its subversion, between past and present, FPV ALWERAJE paints a picture of Europe in which memory is not static, but contested—and politically effective.

    FPV ALWERAJE, 9min36, 2026

    The film was made as part of The Esch Clinics, a project by Cultures of Assembly, curated by Markus Miessen & César Reyes Najéra. The associated residency program has been made possible thanks to the kind support of the City of Esch, Konschthal, and Bridderhaus.

    Thanks to the Amicale Schëfflenger Kolonien and the team of Musée de la Sidérurgie “De Schmelzaarbechter”. For years they have been collecting tools, artefacts, and documents with the aim of preserving the memory and honouring the work of steelworkers. And thanks to Franka Bechtle, Yves Biwer & Claire Faber (Agora s.à r.l. et Cie), Lilly, Markus Miessen, César Reyes Najéra, Mechthild Schmidt, Lorenz Thierse, and Anastasiya Yarovenko. Music, vocals, and speech generated by AI.

    © Fabian Bechtle and Leon Kahane / Forum Democratic Culture and Contemporary Art (Forum DCCA)

    Berlin / Esch-sur-Alzette 2026

    Download project draft FPV ALWERAJE

    COA aims to facilitate productive dialogues between the urban past, present and future, as well as between the various publics and individuals who engage with and shape them. COA collaborates with a large group of internationally renowned experts, researchers and practitioners from a range of fields.

    COA team: Markus Miessen, César Reyes Nájera, Marija Maric, Hannes Grasegger

    At the invitation of COA, Fabian Bechtle and Leon Kahane are working on FPV ALWERAJE.